Nachtrag zu “Nanga Parbat”

Die Unberechenbarkeit gewisser Marktfaktoren zeigt sich an diesem Beispiel mit besonderer Prägnanz. Denn der direkte Vergleich von “Nanga Parbat” mit “Nordwand” MUSS normalerweise ganz einfach dem neuen Film mindestens ebenso viele Zuschauer prognostizieren wie dem kürzlich gestarteten Vorgänger.

Nun zeigt sich, dass das Publikum völlig anders reagiert. Offenbar muss hier der Faktor Reinhard Messner mit eingerechnet werden, wo scheinbar ein Umkehreffekt eintrat: man will gerade NICHT mehr Messners Versionen der alten Geschichten hören und sehen.

Mit dem Film selbst und seinen immanenten Qualitäten hat der völlig unerwartete Mißerfolg nichts zu tun. Er speist sich aus tatsächlich sehr seltsamen Mechanismen medialer Präsenz.

Insofern ist unsere sehr weitgehende Fehleinschätzung nicht dramaturgisch motiviert, sondern durch unberechenbare Faktoren, die das Filmgeschäft so spannend machen.

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